"Do ya feel free 'n easy?" Zu "deutsch" soviel wie: "Ey, Saftnase! Biste auf'm Tripp?" Die große Freiheit ruft. Die Freiheit, die man sich mit der VISA-Karte ("Die Freiheit nehm ich mir") erst genommen hatte, wird einem durch das Handy nun wiedergegeben. Endlich. Es wird ja auch Zeit. Endlich ist man un(an)gebunden, kann alles stehen und liegen lassen und das tun, was einem gefällt. Und natürlich von überall telefonieren. Für fast Nichts, praktisch kostenlos und sowieso umsonst. Ach so, natürlich nur, wenn das Netz mitspielt. Netzabdeckung heisst das bei den Unternehmen. So heisst zum Beispiel "98% Netzabdeckung in der Bevölkerung", dass Sie dort mobil telefonieren können, wo eine Telefonzelle auch erreichbar ist, und sonst nicht.
Natürlich gehören zu einem Gespräch mindestens zwei Teilnehmer. Deswegen ist es gut, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist. Dann hat man auch noch ein paar Zuhörer, die bestaunen können, welche Freiheiten man hat, oder sich nimmt. Hatte man früher im Restaurant oder in der Kneipe Zeit, um abzuschalten und sich auf die schönen Dinge zu konzentrieren, so ist das heute anders. Sklavisch das Handy hätschelnd, sich bei den anderen darüber entschuldigend, dass man noch ein dringendes Gespräch erwartet (die Freundin könnte einen ja suchen!!!), wird das Handy auf den Tisch gepackt, wo es dann neben den anderen liegt.
Die große Freiheit ist im Westen zu finden. Dort musste man beim Betreten des Saloons das Schießeisen abgeben, demnächst wird es das Handy sein...