Viele Familiendramen beginnen mit Kleinigkeiten. Ein häufiger Auslöser für solche Dramen ist, wenn der unerfahrene Herr der Schöpfung mit Alltagstätigkeiten wie dem wöchentlichen Einkauf zur Versorgung seiner Schützlinge betraut wird. Solche unangenehmen Aufträge kommen meist dann, wenn der gute Geist noch wichtigere Dinge zu erledigen hat, beispielsweise wenn Besuch ins Haus steht. Allerdings steigt dann auch die Brisanz der Operation "Einkauf". Bis vor einiger Zeit noch stieg nach der Rückkehr des nach eigener Einschätzung erfolgreichen Einkäufers die Gemütskurve des guten Geistes beim Auspacken der so treu zusammengetragenen Konsumgüter schlagartig an: "Das ist doch die falsche Marke, das musst Du doch wissen!", "Wir haben doch immer die Kleinen, diese sind doch 20 Pf teurer!", "Was soll denn das sein...?!"
Da die Zahl der Handy-Nutzer (leider) ständig steigt, sieht und hört man in den Supermärkten, den Kaufhäusern und selbst in den Baumärkten (Männer-Domäne!?) immer häufiger Exemplare der in den Dschungel des Einkaufs geschickten und auf sich allein gestellten Art des homo sapiens (masculinum), die mit der einen Hand das vermeindliche Objekt der Begierde zur genaueren Untersuchung vor das Auge haltend, die andere Hand mit dem Handy zwecks Kontaktierung der zentralen häuslichen Einsatz- und Kommandozentrale ans Ohr pressend die Regalreihen versperren. Um dem häuslichen Donnerwetter wegen der 20 Pf teureren falschen eingekauften Artikel zu entgehen, darf jetzt der Rest der Kundschaft an minutenlangen Gesprächen teilhaben. Und so wabern immer wieder dieselben Sprachfetzen durch den Supermarkt:
Vor den Waschmitteln tönt es "Persil oder Ariel?", beim Gemüse "spanische oder holländische Tomaten?" und bei den Eiern "Größe M oder L ...???"