Die von gut.gelaunt.de getesteten Online-Metzgereien präsentieren sich durchweg, zumindest grafisch, von ihrer besten Seite. Auf schönen saftigen Bildern werden in zum Teil knallroten Farben die Produkte gezeigt. Der Bogen spannt sich von Rinder- und Schweinehälften bis hin zu fertigen Delikatessen wie Saumagen und Sülze von Rinderhirn. Auch Informationen über die Zulieferer der Produkte und eine Auflistung der veabreichten Medikamete finden sich in den Online-Angeboten. Was gut.gelaunt.de etwas gefehlt hat, sind mehr Bilder von der durchweg hübschen Tochter des Metzgerei-Inhabers. Hier hätte etwas mehr Fleisch gut getan.
Die Bestellung aus dem reichhaltigem Katalog erfolgt entweder über ein langes Formular, in das man zu einem Produkt die gewünschte Menge (in Gramm) eingeben kann, oder über eine intelligente Auswahlfunktion, bei der nach verschiedenen Suchkriterien die Zahl der angezeigten Produkte eingeschränkt werden kann.
Zunächst haben wir das einfache Formular getestet und 500 g Hackfleisch und 300 g Rinderbraten eingegeben. Nach dem Absenden unserer Wünsche erscheint eine Seite mit der Frage "Darf es ein bisschen mehr sein?" und unsere Angaben wurden auf 560 g Hackfleisch und 400 g Rinderbraten abgeändert. Nun müssen wir die natürlich unverbindlichen Vorschläge noch einmal bestätigen. Über ein bereits aktiviertes Feld mit Kleingedrucktem erklären wir uns damit einverstanden, auch BSE-haltiges Fleisch zu bekommen. Fertig.
Beim Test der intelligenten Auswahlfunktion wählen wir anhand unserer Gesundheit aus. Auf die Eingabe "Leichter Schnupfen" und "Allgemeine Müdigkeit" wird uns Schweinefleisch von speziell medikamentierten Schweinen vorgeschlagen, das wir dann auch gleich bestellen.
Eine Besonderheit stellt die Bezahlung dar. Hier wird statt Kreditkarte oder Kontonummer die Hinterlegung von so genannten "Web Cows" verlangt, ein Online-Zahlungsmittel, dass sich noch nicht durchgesetzt hat.
Schon nach 7 Tagen erhalten wir ein Paket mit den von uns bestellten Waren. Die Verpackung ist auslauf- und geruchsicher, das Fleisch allerdings nicht gekühlt und die aufwendige Verpackung somit gerechtfertigt. Beim Öffnen schlägt uns eine Geruchswolke und ein leises Brummen der Fliegen entgegen.
Wie unsere Tests zeigen, können Online-Metzgereien bereits heute die Kundenwünsche befriedigen. Über aufwendige und intelligente Auswahlfunktionen findet der Kunde das passende Fleisch. Festzuhalten bleibt, dass nicht nur die Logistikbranche brummt, die ausgelieferten Pakete auch. Das ist echter iieh-Kommerz...
01.03.2001